Die Architektur

Die architektonische Botschaft des Kulturzentrum "Tublà da Nives" liegt im Spannungsverhältnis des Stadels mit seiner archetypischen Form, hölzernen Haptik und Wärme sowie dem kubischen, glatten, minimalistischen Glashaus. Der Stadel wurde erhalten und adaptiert. Der Glaskubus verlängert den Bestand und legt seine Programmatik offen. Obwohl der Typus des Glashauses in der Architektur erschöpft scheint, gelingt es diesem Gebäude uns zu überraschen.
Während van der Rohes Farnsworth House über dem Boden zu schweben scheint oder das Glass House von Johnson diesen berührt, verzichtet der Entwurf Perathoners ganz auf das Fundament. Mit dieser gestalterischen Entscheidung wird der gläserne Teil des Gebäudes durch seine Spiegelungen besonders am Tag betont, während bei eingeschalteter Innenbeleuchtung nur ein Dach auf feinen Stützen zu sehen ist - eine tischähnliche Struktur, die frei in der Landschaft steht. Die Gebäudeerweiterung mit ihrer bewusst fremdartigen Gestalt bettet den Stadel in einen neuen, zeitgenössischen Kontext ein.

Die Struktur, tubla da Nives.

In der Publikation „Neue Architektur in Südtirol 2006-2012“ fand auch das neue Kulturzentrum „Tublà da Nives“ Platz.  Eine internationale Jury hat die neueste Südtiroler Architektur einer strengen Analyse unterzogen und aus den 280 eingereichten Projekten 36 Werke ausgesucht. Die Auswahllogik folgte dieses Mal vermehrt aktuellen Zeitthemen: Unbeständigkeit, Vorläufigkeit, Narrativität, Unschuld sowie die Frage einer zeitgenössischen Neudefinition der Idee der Landschaft.

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